Ostdeutsche Wut, westdeutsche Eliten: Warum „Wessis“ den Ton angeben | ZDFinfo Doku

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Auch 35 Jahre nach dem Mauerfall herrscht Ungleichgewicht: Viele Chefposten im Osten sind immer noch durch Menschen aus dem Westen Deutschlands besetzt. Warum ist das so?

Ostdeutschland hat seit dem Mauerfall eine beispiellose Transformation erlebt, bei der westdeutsche Zugezogene bis heute eine bedeutende Rolle spielen. Sie kamen oft als junge Leute in die ehemalige DDR, knüpften Kontakte und stiegen in Führungspositionen auf, aus denen heraus sie den Osten prägten und immer noch prägen. Laut Elitenmonitor sind in Ostdeutschland mehr als 30 Jahre nach der Wende rund drei Viertel der Führungskräfte westdeutsch.

Fakt ist: Direkt nach dem Mauerfall wurden Westdeutsche dringend gebraucht - zum Beispiel in der Justiz. Viele DDR-Juristen wurden aussortiert oder hatten eine unzureichende Ausbildung. Iris Goerke-Berzau kam in den 1990er-Jahren aus Westdeutschland nach Sachsen-Anhalt und half beim Aufbau der Justiz. Geblieben ist sie bis heute.

Auch die Wirtschaft in den neuen Bundesländern wird bestimmt von Westdeutschen wie Ludwig Koehne. Als Oxford-Absolvent kam er 1992 in den Osten und arbeitete für die Treuhand in der Abwicklung. Als die Treuhand 1994 aufgelöst wurde, übernahm er das VEB "Schwermaschinenbau S.M. Kirow" in Leipzig und machte es zum Weltmarktführer für Eisenbahnkrane. Er betont, dass ohne westliches Wissen und Kapital die Rettung nicht möglich gewesen wäre.

Mit Angela Merkel oder Joachim Gauck gibt es prominente Ausnahmen - Ostdeutsche, die es geschafft haben. Eine von ihnen ist auch Manja Kliese, 45 Jahre alt, die im Auswärtigen Amt das Krisenreaktionszentrum leitet. Sie weiß: "Viele Ostdeutsche trauen sich gar nicht erst, sich für Laufbahnen wie meine zu bewerben." Auch im Auswärtigen Amt seien Ostdeutsche in leitenden Positionen unterrepräsentiert. Die enorme Distanz zu den Eliten und die Zustimmung zu Rechtsextremen erklärt sie sich auch damit. Sie ermutigt aber auch andere Ostdeutsche, sich einzubringen und den Osten besser zu vertreten.

EIN FILM VON
David Donschen
Philipp Katzer
Nico Schmolke

KAMERA
Felix Korfmann

SCHNITT
Patrick Pardella
Sarah Beekmann

TON
Enno Grabenhorst
Philipp Sehling
Jürgen Todt

GRAFIK
Jennifer Kolbe
Achim Seeger

PRODUZENT
Tim Gorbauch

PRODUKTION ZDF
Sina Eckhardt

PRODUKTION BEWEGTE ZEITEN
Dominik Wiedemann
Michael Weger

REDAKTION
Imke Meier

EINE PRODUKTION VON
Bewegte Zeiten Filmproduktion

IM AUFTRAG VON
ZDFinfo
© ZDF 2024

00:00 Intro
01:05 Ungerechte Behandlung
05:44 Treuhandanstalt
09:02 Elitenaustausch & Netzwerke
24:46 Politik
30:10 Arbeit & Aufstieg
39:10 Förderung
42:58 Outro

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